Standsicherheitsnachweis — Definition und Erklärung
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Der Standsicherheitsnachweis (umgangssprachlich: "die Statik") ist der rechnerische Beweis, dass ein Bauwerk oder Bauteil die auftretenden Lasten sicher aufnehmen und in den Baugrund ableiten kann.
Was enthält ein Standsicherheitsnachweis?
Ein vollständiger Standsicherheitsnachweis umfasst:
| Bestandteil | Inhalt | |------------|--------| | Statische Berechnung | Lastermittlung, Lastkombinationen, Schnittgrößen, Bemessung, Nachweise | | Positionsplan | Lage und Nummern der berechneten Bauteile im Grundriss | | Bewehrungspläne | Bei Stahlbeton: Position, Durchmesser und Abstände der Bewehrung | | Schalplan | Geometrie und Maße der Betonbauteile |
Wann brauche ich einen Standsicherheitsnachweis?
- Bei jedem genehmigungspflichtigen Bauvorhaben (Neubau, Anbau, Umbau)
- Bei Eingriffen in tragende Bauteile (Wanddurchbrüche, Deckendurchbrüche)
- Bei freistehenden Konstruktionen (Carports, Gartenhäuser, Überdachungen)
- Auch bei verfahrensfreien Vorhaben bleibt die Pflicht zur Standsicherheit bestehen
Wer darf einen Standsicherheitsnachweis erstellen?
Nur qualifizierte Bauingenieure (Tragwerksplaner), die in der Regel bei der Ingenieurkammer in die Liste der Tragwerksplaner eingetragen sind.
Normen
Die Berechnung erfolgt nach den Eurocodes (DIN EN 1990 bis 1999) mit den zugehörigen Nationalen Anhängen. Relevant sind insbesondere:
- Eurocode 0 — Grundlagen der Tragwerksplanung
- Eurocode 1 — Einwirkungen (Eigengewicht, Nutzlast, Schneelast, Windlast)
- Eurocode 2 — Stahlbeton
- Eurocode 5 — Holzbau
- Eurocode 6 — Mauerwerksbau
Was kostet ein Standsicherheitsnachweis?
Die Kosten variieren stark je nach Umfang — von 250 € für einen einfachen Fenstersturz bis zu mehreren tausend Euro für ein Einfamilienhaus. Details finden Sie im Ratgeber Was kostet ein Statiker?
Dieser Artikel wurde von einem qualifizierten Bauingenieur verfasst. Für eine verbindliche Beurteilung wenden Sie sich bitte an einen Tragwerksplaner vor Ort.